Neun Installationen derselben Anwendung, aus demselben Ursprung, im selben Rhythmus gepflegt. Die Annahme, dass die Dateien darin identisch sind, ist naheliegend und über die Zeit fast immer falsch.
Woher die Abweichungen kommen
- Die eine schnelle Korrektur. Etwas ging nicht, es eilte, es wurde direkt auf dem Server behoben. In den gemeinsamen Stand ging es nie zurück.
- Die abgebrochene Aktualisierung. Bei acht von neun lief sie durch. Bei der neunten hakte etwas, und es wurde später vergessen.
- Die bewusste Anpassung. Eine Installation braucht wirklich etwas anderes. Vermerkt wurde es nirgends, weil es damals offensichtlich war.
Keiner dieser Fälle ist ein Versäumnis, das man mit mehr Disziplin abstellt. Sie entstehen im normalen Betrieb. Was man abstellen kann, ist die Annahme, dass sie nicht entstanden sind.
Die Prüfung vor dem Patch
Vor einem Sammelpatch steht eine einzige Frage: Ist die zu ändernde Datei überall dieselbe? Beantworten lässt sie sich über die Prüfsummen aller Fassungen. Kommt eine einzige Zeile zurück, sind alle gleich, und ein Patchlauf genügt. Kommen zwei oder mehr, ist eine Abweichung gefunden, bevor sie Schaden anrichtet.
Meistens sind die Dateien identisch, und die Prüfung war umsonst. Das ist kein Argument gegen sie: Sie kostet Sekunden und ersetzt eine Vermutung durch eine Feststellung. Der eine Fall, in dem sie etwas findet, spart den Abend, an dem man sucht, warum eine von neun Installationen sich anders verhält.
Der zweite Durchlauf: Syntax
Nach dem Patch gehört ein Syntaxdurchlauf über alle Pakete dazu. Wichtig ist dabei ein Detail der Ausgabe: Sie sollte nichts zeigen, wenn alles in Ordnung ist. Ein Durchlauf, der neun Zeilen „keine Fehler" ausgibt, wird nach dem dritten Mal nicht mehr gelesen – und dann übersieht man die zehnte Zeile, die etwas anderes sagt.
Was das im Alltag verändert
Nicht die Zeit für den Patch – die bleibt gleich. Was sich ändert, ist die Fehlerklasse: Statt einer Abweichung, die man Wochen später an einem unerklärlichen Verhalten bemerkt, gibt es eine Zeile Ausgabe vor dem Eingriff. Der Unterschied zwischen beidem ist nicht Aufwand, sondern der Zeitpunkt, zu dem man es erfährt.