Diese Seite stand hier schon einmal – geschrieben im Dezember 2025, als 22.3 noch angekündigt war. Sie begann mit „steht kurz vor der Veröffentlichung" und stand danach acht Monate unverändert.
Die Fassung ist am 11. Januar 2026 erschienen. Eine Seite, die eine ausgelieferte Version weiterhin als bevorstehend beschreibt, ist nicht veraltet – sie ist falsch. Das ist der Grund, warum versionsbezogene Beiträge in diesem Blog seither ein Prüfdatum tragen: Es macht sichtbar, wann zuletzt jemand nachgesehen hat.
Was 22.3 ist
Die letzte Fassung der 22er-Reihe, Codename „Zena", erschienen am 11. Januar 2026. Grundlage ist die Paketbasis von Ubuntu 24.04 LTS; die Unterstützung mit Sicherheitsaktualisierungen läuft bis April 2029.
Beginn der Reihe auf Ubuntu 24.04 LTS.
Mit LTS-Kernel 6.8 – die Fassung, auf die das Projekt bei Hardware-Problemen verweist.
Erste Fassung mit HWE-Kernel 6.14.
Abschluss der Reihe, unterstützt bis April 2029.
Auf Ubuntu 26.04 LTS. Erstmals kein Sommertermin.
Die beiden bekannten Probleme
Das Wichtigste zuerst, weil es die Entscheidung trägt: 22.2 und 22.3 liefern den HWE-Kernel 6.14 aus. Der ist nötig, damit neuere AMD-Prozessoren unterstützt werden – und er reibt sich mit zwei verbreiteten Dingen.
VirtualBox. Die Kombination mit dem 6.14er-Kernel macht Probleme.
Ältere NVIDIA-Karten, die auf den 470er-Treiber angewiesen sind. NVIDIA pflegt diesen Treiber nicht mehr, er unterstützt neuere Kernel nicht.
Empfehlung des Projekts in diesen Fällen: stattdessen 22.1 installieren, das den LTS-Kernel 6.8 mitbringt. Von dort lässt sich später auf 22.3 aktualisieren, ohne auf den HWE-Kernel zu wechseln.
Das ist der Punkt, an dem sich diese Fassung von einer gewöhnlichen Zwischenversion unterscheidet: Der Weg über 22.1 ist kein Umweg, sondern für einen Teil der Hardware der einzig funktionierende.
Was neu ist
Das bisherige Werkzeug „Systemberichte" ist deutlich ausgebaut und umbenannt worden. Neu hinzugekommen sind Seiten zu Absturzberichten, USB, Grafikkarte, PCI und BIOS – gedacht zur Fehlersuche ohne Terminal.
Überarbeitetes Anwendungsmenü mit anpassbarer Seitenleiste. Deutlich verbesserte Behandlung von Tastaturbelegungen und Eingabemethoden, einschließlich IBus unter Wayland.
Ein neues Werkzeug, das zunächst die Konfiguration des Startmenüs übernimmt.
Mit XApp Symbolic Icons löst sich das Projekt von der Abhängigkeit vom GNOME-Symbolsatz und gewinnt eine einheitlichere Darstellung.
Die Ausgaben mit Xfce und MATE bringen unverändert Xfce 4.18 und MATE 1.26 mit. Wer dort auf neuere Fassungen gehofft hat, wartet weiter – ein wiederkehrender Kritikpunkt an dieser LTS-Reihe.
Aktualisieren
- Sicherung anlegen
Timeshift für das System, eine getrennte Sicherung für die eigenen Daten. Ein Aktualisierungsvorgang, der durchläuft, macht die Sicherung nicht überflüssig – er macht sie nur unbenutzt.
- Aus 22, 22.1 oder 22.2 über den Aktualisierungsmanager
Der Vorgang ist im Werkzeug hinterlegt und verweist vorab auf die Versionshinweise. Die bekannten Probleme stehen dort – vor dem Weiterklicken lesen, nicht danach.
- Aus Mint 21 nicht direkt
Der Sprung über eine Hauptversion ist ein eigener Vorgang mit eigener Anleitung. Wer ohnehin größere Änderungen vor sich hat, ist mit einer Neuinstallation auf getrennter Datenpartition oft schneller.
Und was danach?
Nichts, jedenfalls nicht bald. Die nächste Hauptversion erscheint erst im Dezember 2026 – das Projekt hat den Entwicklungszyklus verlängert. Wer auf 22.3 sitzt, hat bis April 2029 Ruhe und kann den Wechsel abwarten, statt ihn zu planen.