Zwölf Jahre lang war die Antwort auf „wann kommt die neue Mint-Version" einfach: im Sommer nach der Ubuntu-LTS. Diese Antwort stimmt nicht mehr.
Diese Seite wird bis zum Erscheinen laufend nachgezogen. Alle Angaben beruhen auf öffentlichen Mitteilungen des Projekts und können sich verschieben – das Prüfdatum am Ende sagt, wann zuletzt nachgesehen wurde.
Der Termin
Linux Mint 23 soll im Dezember 2026 erscheinen, zeitlich auf Weihnachten gelegt. Das ist ein Bruch mit einem Muster, das seit Jahren trug:
| Version | Ubuntu-Grundlage | Erschienen | Abstand |
|---|---|---|---|
| Mint 20 „Ulyana" | 20.04 (April 2020) | Juni 2020 | rund 2 Monate |
| Mint 21 „Vanessa" | 22.04 (April 2022) | Juli 2022 | rund 3 Monate |
| Mint 22 „Wilma" | 24.04 (April 2024) | Juli 2024 | rund 3 Monate |
| Mint 23 „Alfa" | 26.04 (April 2026) | Dezember 2026 (geplant) | rund 8 Monate |
Der größere Abstand ist Absicht. Projektleiter Clement Lefebvre hat im Frühjahr 2026 mitgeteilt, dass die zusätzliche Zeit in Fehlerbehebung und Weiterentwicklung der Arbeitsumgebung gehen soll statt in die Abwicklung eines Termins. Angekündigt ist das nicht als Ausnahme für diese eine Fassung, sondern als dauerhafte Änderung.
Was angekündigt ist
Mit dem Linux-Kernel in Fassung 7.0, derselben, die auch Ubuntu 26.04 einsetzt.
Das bisherige wird durch das der Debian-Ausgabe LMDE ersetzt. Genannte Gründe: bessere Unterstützung für Erstausstattung durch Hersteller, für Secure Boot und für verschlüsselte Datenträger.
Weitere Arbeit an der Unterstützung, unter anderem an der Bildschirmsperre. Die Entwicklung läuft derzeit auf einer unfertigen Cinnamon-Fassung.
Ob die Fassung tatsächlich als 23 erscheint, ist nicht entschieden. Ein anderes Versionsschema steht zur Diskussion; bis dahin gilt der Arbeitsname Alfa.
Was das im Betrieb bedeutet
Für eine bestehende Installation aus der 22er-Reihe: nichts. Sie beruht auf Ubuntu 24.04 LTS und bekommt über den Dezember hinaus Sicherheitsaktualisierungen. Ein Wechsel ist eine Frage von Wünschen, nicht von Notwendigkeit.
Anders liegt es bei zwei Gruppen. Wer noch auf einer älteren Fassung sitzt, hat jetzt eine Lücke von acht Monaten vor sich, in der es keine neue Mint-Hauptversion gibt. Und wer neue Geräte einrichtet, für die die aktuelle Mint-Reihe zu alte Treiber mitbringt, steht vor derselben Lücke.
- Sinnvoll bei laufenden Installationen aus der 22er-Reihe
- Sicherheitsaktualisierungen laufen weiter
- Kein doppelter Umstellungsaufwand
- Ubuntu 26.04 LTS – dieselbe Grundlage, andere Arbeitsumgebung
- LMDE – dieselbe Bedienung, Debian statt Ubuntu darunter
- Nötig bei zu alten Treibern oder auslaufender Fassung
An dieser Stelle gehört die eigene Beobachtung hin – ohne sie ist dieser Beitrag eine nacherzählte Ankündigung und verstößt gegen die Regel dieses Blogs. Denkbar wäre: das eigene Aktualisierungsprotokoll von 22.2 auf 22.3 als Referenzpunkt für den Aufwand, ein Test von Ubuntu 26.04 auf der eigenen Hardware, oder eine Beobachtung zum neuen Installationsprogramm aus LMDE. Kommt nichts davon zustande, ist dieser Kasten ersatzlos zu streichen und der Beitrag als reine Versionsseite zu führen.
Was auf dieser Seite noch kommt
- Wenn der Name feststeht. Versionsnummer und Codename, sobald das Projekt sich festgelegt hat.
- Wenn die Testfassung erscheint. Was tatsächlich enthalten ist – Ankündigung und Auslieferung gehen erfahrungsgemäß auseinander.
- Zum Erscheinen. Der Aktualisierungsweg von der 22er-Reihe und wie lange er in der Praxis dauert.